Der Vagusnerv und wie wichtig er für den Valentinstag ist

Feb 14, 2022 | Beziehung | 0 Kommentare

Wenn ich an den Vagusnerv denke, dann fällt mir ungefähr niemals der Valentinstag ein. Obwohl die beiden ganz viel gemeinsam haben. Und darüber mag ich heute hier schreiben.

Was ist der Vagusnerv?

In meinen Blogartikeln und noch mehr in meinen Podcastfolgen rede ich die ganze Zeit über den Vagusnerv. Aber was ist dieser Nerv? Vielleicht ist es dir klar? Oder hast du dich das auch schon gefragt? Wenn er dir bekannt ist, dann kannst du dieses Kapitel ganz beruhigt überlesen – oder du schaust mal, ob ich einen Fehler eingebaut habe. Oder vielleicht kannst du dein Wissen erweitern?

Der Vagusnerv heisst wörtlich übersetzt “der umherschweifende Nerv”. Sein Name kommt daher, dass er an der Funktion von fast allen Körperorganen beteiligt ist. Dazu muss er “umherschweifen”. Und dies hat ihm den Namen eingebracht. Der Vagusnerv startet im Hirnstamm, der Medulla Oblongata als der 10. Hirnnerv. Als dieser läuft er nicht innerhalb des Rückenmarks, sondern außerhalb. Am Hals zieht er gemeinsam mit Venen und Arterien in Richtung Brustraum. Von hier aus versorgt er die Speiseröhre, das Herz, die Lunge und wandert über das Zwerchfell hinweg dann in den Bauchraum. Dort innoviert er fast alle Organe im Bauchraum –  Magen, Leber, Zwölffingerdarm, Galle, Bauchspeicheldrüse, Milz, Dünndarm, Dickdarm, Fortpflanzungsorgane, Nieren, Nebennieren und die Blase.

Der Vagusnerv schickt also Informationen vom Gehirn zu allen Organen – und auch wieder zurück. Aber welche Informationen sind das? Und welchen Sinn hat der Vagusnerv? Lass uns da mal näher hinschauen.

In der Interaktion mit anderen wird der Vagusnerv erst interessant

Der Vagusnerv hat noch ein paar Helfer. Er sammelt die Informationen, die er braucht nicht alleine – die anderen Gehirnnerven helfen ihm dabei. Das sind die Nerven, die vor allem die Gesichtsmuskulatur und die Wahrnehmung steuern. Wenn du dich über den Vagusnerv informierst, erfährst du, dass er der Hauptbestandteil des parasympathischen Nervensystems ist. Er ist dafür verantwortlich, dass wir in Ruhe sein können. Und in Ruhe sind wir dann, wenn wir uns sicher fühlen und wenn wir vertrauen haben können in die Umwelt, in der wir gerade sind. Für diese Informationen helfen dem Vagusnerv die anderen Gehirnnerven. Sie detektieren quasi über die sogenannte Neurozeption, ob wir in Sicherheit sind oder nicht. Sind wir in Sicherheit, dann stehen uns andere Fähigkeiten zur Verfügung als wenn wir nicht in Sicherheit sind. Ganz stark vereinfacht rutschen wir in den Kampf-Fluchtmodus wenn uns Sicherheit und Vertrauen verloren gehen. Und wir sind im Verbundenheitsmodus (oder im Beziehungsmodus wie ich ihn gerne nenne), wenn unsere Gehirnnerven Sicherheit und Vertrauen wahrnehmen. Mit diesen beiden unterschiedlichen Fähigkeiten gestalten wir nun Beziehung auf ganz unterschiedliche Weise. Und das kann ganz entscheidend sein, das zu wissen.

Die beiden Fähigkeiten, Beziehung zu gestalten

Dass der Kampf-Fluchtmodus nicht gerade dafür geschaffen wurde, dass wir unserem Valentine eine Rose schenken, kannst du dir ja denken? Diese Fähigkeit ist zum Kämpfen da – oder zum Weglaufen. Fatal ist jedoch, dass ganz viele Menschen automatisch in diesen Modus rutschen – und sich dessen gar nicht bewusst sind. Sie spielen dann das Spielchen von “ich laufe weg”, wenn sie im Fluchtmodus sind. Oder sie spielen “ich kämpfe mit dir”, wenn sie im Kampfmodus sind. Beziehungen werden hier so gestaltet, dass es keinen Spaß machen. Hier herrschen Manipulation, Dominanz und Machtspielchen vor. Und anstatt dass etwas gemeinsames entsteht, ist alles nur zerstörerisch. Nichts bleibt, alles ist traurig, anstrengend und macht auch keinen Spass. Das sind Beziehungen, die landläufig als “toxisch” bezeichnet werden. Dabei ist einer – oder eben meist beide – eben einfach nur im Kampf-Fluchtmodus gefangen. Diese Menschen sind nicht “toxisch” (wie es ja gerade Mode ist, zu bezeichnen), nur ihr Nervensystem ist in diesem Modus.

Im Verbundenheitsmodus hingegen ist im Gehirn die Fähigkeit zur Empathie angeschaltet. Gefühle werden wahrgenommen – die eigenen – aber auch die von anderen. Hier spüren Menschen innere Ruhe, Gelassenheit, können anderen mit Wertschätzung begegnen, kennen ihre Werte und können Beziehung aktiv gestalten. Was hier gemeinsam gestaltet wird, kann auch Früchte tragen. Und darum soll es ja gehen im Leben. Am Valentinstag natürlich im Besonderen.

Der Vagusnerv und welche Bedeutung er für den Valentinstag hat

Du hast natürlich längst erkannt, dass der Vagusnerv nicht nur am Valentinstag wichtig ist. Aber ohne den Vagusnerv macht auch der Valentinstag keinen Spass. Denn hierfür ist es wichtig, dass wir vertrauen können, dass wir uns mit der Liebsten, dem Liebsten sicher fühlen. So schnell fangen diese Spielchen an, dem anderen etwas zuzuschieben, ihm was anzulasten – anstatt milde und gütig zu sein. Und ich schreibe jetzt mal gleich von den delikatesten Themen, die in der Beziehung eine Rolle spielen. Oft reden Frauen abschätzig über ihre Männer, wenn sie “nicht so standhaft” sind. Es ist gar nicht so selten, dass ein Mann nicht so eine gute Erektion hat. Das sind dann nicht gleich Erektionsstörungen. Ein gewisses auf und ab ist auch hier ganz normal. Leider hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass genau dieses Phänomen – eine nicht so starke Erektion – eben auch mit der Partnerin zusammen hängen kann. Dabei geht es gar nicht primär darum, “wie attraktiv” eine Partnerin ist. Es geht vielmehr darum, wie sicher sich der Mann mit der Frau fühlt. Denn auch bei der Erektion spielt der Vagusnerv eine Rolle. Falls das dein Thema ist – frage dich also lieber: “Was kann ich tun, damit ich mich mit meiner Liebsten sicherer fühle?” Und wenn du die Frau bist: “Was kann ich tun, damit sich mein Mann mit mir sicherer fühlt?”. Die Themen können hier vielfältig sein. Die mangelnde Sicherheit kann eine ganz aktuelle sein. Es kann aber auch sein, dass es mit der Gegenwart nichts zu tun hat, dass durch dich nur eine alte Geschichte, aktualisiert wird, in der diese Sicherheit fehlte. Und genau da fängt dann meine Arbeit an.

Wozu nützt du heute den Valentinstag?

Deswegen möchte ich dich anstiften, heute am Valentinstag  – oder an jedem anderen Tag, an dem du das liest: Stelle dir die Frage: “Was kann ich heute tun, um mein Beziehung zu verbessern?”

Das kann ein Kompliment sein, eine kleine Freundlichkeit, ein netter Kommentar, ein Lächeln, ein Überraschungsbesuch, gemeinsame Zeit oder ein kleines Geschenk. Oder fällt dir noch etwas ein?

Bei Instagram habe ich einen Beitrag vorbereitet, mit dem du eine virtuelle Rose überreichen kannst. Natürlich ist es schön, wenn es auch eine ganz wirkliche Rose zum Anfassen gibt. Verschicke sie doch – gemeinsam mit einer kleinen Freundlichkeit.

Welche Bedeutung hat für dich der Valtentinstag? Erzähl mal…!

Foto: Shivani Vogt

 

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