Graue Haare nicht mehr färben. Ich konnte es mir zu Beginn gar nicht vorstellen, wie es sein würde, das nicht mehr zu tun. Die ersten hellen Haare auf meinem Schopf habe ich bereits in meinen 20ern entdeckt. Seither färbte ich mein Haar. Und ich wusste schon gar nicht mehr, wie meine natürliche Haarfarbe aussieht. Heute trage ich stolz einen Silber-Schopf, stehe also zu meinem weissen Haar. Hier schreibe ich für dich, was sich dadurch für mich verändert hat.

Shivani Vogt

Graue Haare nicht mehr färben – das braucht Mut

Eine Naturfriseurin, die ich auf der Straße getroffen habe, hat mir Mut zugesprochen. Ich kannte sie bis dahin nicht, sie hat ein Plakat gesehen von einer Ausstellung, die ich damals in meiner Praxis in Pfullingen veranstaltete. “Es ist viel leichter, wenn dir jemand Mut zuspricht. Anderen geht es auch so.” Und das hat geholfen, den ersten Schritt zu gehen. Ihr Zuspruch, die Worte, die sie sagte, die Bilder, die sie mir in den Kopf setzte. Das war wichtig für mich, um dieses Projekt anzugehen – und auch um dranzubleiben. Sie hat mir den Mut gegeben, den ich brauchte, um nicht aufzugeben, um dranzubleiben. Und zwar für jeden einzelnen Schritt.

Was hat es mir schwer gemacht, meine grauen Haare nicht mehr zu färben?

Es war zugegeben nicht ganz einfach, den Schritt zu gehen, meine Haare nicht mehr zu färben und sie weiss sein zu lassen. Der erste Grund war, dass ich mich mit meinem Schnitt sehr wohlfühlte. Ich war gerne bei meiner bisherigen Friseurin und ich freute mich auf jeden einzelnen Termin bei ihr. Sie hatte damals schon einen ganz individuellen Salon und ich war meistens ganz alleine mit ihr im Salon. Es war eine sehr exquisite Wohlfühlzeiteit für mich. Sie hatte wirklich ein Händchen für mein Haar und sie verstand auch, aus meinem Typ das Beste herauszuholen. So eine Veränderung ist ja immer ein Risiko. Ich fragte mich, ob es sich wirklich lohnen würde oder ob ich enttäuscht sein werde? So kündigte ich ihr einfach meinen Plan an und fragte sie, ob ich wieder zu ihr zurückkommen dürfe, wenn es je schiefgehen würde. Meine Angst, dass sie mich dann nicht mehr als Kundin annehmen würde, war natürlich unbegründet. Sie fand es auch schade, aber hat mir dann sogar zugesprochen. Und schwer war es natürlich, weil ich noch nicht wusste, wie ich mich fühlen würde, mit dem anderen Schnitt, mit der anderen Farbe und mit diesen ganzen Veränderungen.

Shivani Vogt Graue Haare nicht mehr färbenWas hat es mir leicht gemacht, meine grauen Haare nicht mehr zu färben?

Zunächst wollte ich davon weg, mir Farbe ins Haar zu schmieren, weil mein Körper schlicht damit überfordert war. Auch wenn meine Friseurin eine milde Farbe verwendete – hatte ich doch jedes Mal am Tag danach blutige Kopfhaut. Mein Körper wollte die Giftstoffe nicht mehr auf der Haut und im Haar haben. Das war zu einer Zeit, da mein Körper sowieso insgesamt noch ziemlich überfordert war. Meine ganzen Traumen, die sich in den letzten Monaten gelöst haben, waren dort noch unentdeckt und belasteten mein ganzes System, es war zu viel Stress im System. Natürlich war ich mir auch bewusst, dass es viel besser für die Umwelt ist, wenn das Abwasser nicht mehr mit den Giften belastete wird. Mein Beitrag für eine bessere Welt. Meine neue Friseurin plädierte dafür, mein Haar wachsen zu lassen – und das würde mir auch viel Geld sparen – und auch Zeit. Ich würde viel weniger Zeit beim Friseur verbringen.

Ob ich nicht doch wieder ein wenig Farbe reinmachen lasse?

Das Bild zeigt mich zu einem Zeitpunkt, als ich mich schon lange wohl fühlte. Die Farbe war beinahe heraus gewachsen und es war nicht mehr so ein Gefühl, als würden andere denken, ob ich wohl vergessen hatte, mir die Haare zu färben? Es war klar: Die Farbe wächst raus. Und ich muss gestehen, als ich den letzten Rest abschneiden liess, überlegte ich sogar, ob ich nicht wieder ein wenig Farbe unten rein färben soll. Aber ich habe es gelassen und bin mit meinem weissen Haar seither glücklich.

Graue Haare nicht mehr färben – diese Schritte bin ich gegangen

Das waren meine Schritte – und welche wirst du gehen?

  1. Entscheidung
    Als Erstes habe ich entschieden, dass ich mit dem Färben aufhören werde. Wie steht es mit deiner Entscheidung?
  2. Unterstützung
    Dann habe ich mich entschieden, mir die Unterstützung von einer Frau zu holen, die das schon öfter begleitet hat.
  3. Abschied von meiner bisherigen Friseurin
    Dazu gehörte dann auch, meine Friseurin zu wechseln. Denn meine bisherige Friseurin verdiente ja hauptsächlich ihr Geld damit, mir Farbe ins Haar zu machen. Also vertraute ich ihr nicht so ganz, mich dabei zu begleiten, das zu lassen. Und so habe ich mich von ihr verabschiedet. Es kann sein, dass deine das kann – ich habe es meiner nicht zugetraut.
  4. Termin ausmachen
    Dieser Termin bei der Friseurin war anders als ganz viele vorher. Sie hat mir das Haar geschnitten, aber keine neue Farbe aufs Haar gepinselt. Hast du schon einen Termin?
  5. Durchhalten
    Mein Ansatz war zu Beginn so kurz, dass es ganz unmöglich aussah und ich mich auch ein wenig schämte. Die anderen dachten sicher oft, dass ich ungepflegt sei und ich mal wieder zum Friseur gehen sollte, um die Haare zu färben. Aber je länger der weiße Haaransatz wurde, desto klarer wurde es für alle: Ich lasse mein Haar jetzt ohne Farbe wachsen.
  6. Komplimente bekommen
    Die Komplimente begannen schon zur Zeit, als der Ansatz immer länger und die Restfarbe immer kürzer wurde. Es waren Komplimente für den Mut, Komplimente für mein weißes Haar, Komplimente fürs Durchhalten und es waren immer schöne Gespräche. Viele erzählten mir, dass sie längst die Färberei satt seien – sich aber nicht trauten.

Die Reaktion auf mein Haar war ganz anders als erwartet

Die Reaktionen auf mein Haar waren ganz anders, als ich das erwartet hatte. Ich wurde öfter in ein Gespräch über mein Haar verwickelt, als ich das von früher gewohnt war. Es waren meistens Frauen, die mich bewunderten, diesen Schritt zu gehen. Viele wünschten sich das auch – trauten sich aber nicht. Viele machten mir seit meiner Entscheidung Komplimente. Erst gestern wieder, als ich meinen Schwester von der Arbeit abholte. Eine Frau sitzt auf einem Stuhl unterm Dächlein im Freien und raucht. “Sie haben wunderschönes Haar. Ist die Farbe echt?” Ja, natürlich ist sie echt und ich fühle mich auch sehr wohl damit, keine Farbe draufzupacken. Sie sagt noch ein paar Worte und wir gehen wieder jede ihren eigenen Weg. Beide ein wenig glücklicher. Denn Komplimente machen glücklich – die es gibt und die es empfangen darf. Traust du es dir? Graue Haare nicht mehr färben?

Angestiftet zu diesem Blogbeitrag hat mich meine Blog-Mentorin Judith Peters. Und auch sie hat über graues Haar geschrieben – auch wenn sie noch kein einziges davon hat.

Wie glücklich bist du mit deiner Haarfarbe?

Und wann hast du das letzte Mal einer Frau gesagt, wenn dir ihr Haar gefällt?

 

 

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