Vielleicht dachtest du dir, die Antwort auf diese Frage ist doch einfach. Mir ging es erstmal so. Heute ist die Aufgabe in The Content Society von Judith Peters, alias Sympatexter: Schreibe einen “Was ist” – Artikel.

Wenn der Totstellreflex sich auflöst

Klar hätte ich auch erklären können: “Was ist Hypnosetherapie?” Aber für mich selber wäre das heute langweilig gewesen. Das nehme ich mir für einen anderen Tag vor. Da rauscht es durch meinen Körper, was sich in der letzten Sitzung abspielte. Ich spüre es immer in meinem eigenen Körper, wenn sich eine Starre beim anderen löst. Es ist so wie wenn etwas von einem abfällt, eine ganz starke Last, ein Kälteschauer, der mir über die eingefrorenen, sich von der Starre befreienden Körperteile und Gliedmaßen fließt. Wenn ich es anspreche, wird mir das immer bestätigt. So ging es mir zum Beispiel als ich Quentin half, sein Trauma hinter sich zu lassen. Er hatte gehört, dass Sein Sohn verunglückt war und saß starr vor Überforderung im Auto. Vielleicht magst du die Geschichte hier lesen? Und als diese Starre sich aus seinem System löste, spürte ich einen Kälteschauer über meinen ganzen Körper rauschen, besonders über die Beine. Und ich konnte die Erleichterung spüren, als sich alles gelöst hatte. Und nach diesem Erlebnis muss ich einfach über den Todstellreflex schreiben.

Beispiele aus der Tierwelt

Rehkitz TotstellreflexWahrscheinlich ist dir das Phänomen des Totstellreflexes aus der Tierwelt bekannt? Die meisten haben hier entweder das Bild vom Rehkitz vor dem inneren Auge. Dieses fällt automatisch in diese Starre, wenn die Mutter es alleine lässt. Es soll dadurch davor bewahrt werden, wegzulaufen und dann auf sich alleine gestellt zu sein. Kommt die Mutter wieder zurück, schüttelt sich das Kleine kurz – oder besser, der Körper schüttelt sich von alleine – und dann kann es sich wieder ganz normal bewegen. Vielleicht kennst du es auch von der Maus? Diese fällt sofort in den Totstellreflex, wenn die Katze sie zwischen den Zähnen hat. Zum einen soll sie dies davor bewahren, dass sie leidet während sie gefressen wird. Zum anderen aber verliert die Katze auch das Interesse an einer Maus, die gar nicht um ihr Leben kämpft. Und so ist schon so manche Maus der Katze entkommen, wenn diese sie wieder aus dem Gebiss frei gegeben hat. Bei Tieren ist dieses Körperwissen auch noch ganz natürlich vorhanden. Bei uns Menschen hingegen scheint einiges von diesem Wissen verloren gegangen zu sein. Dieses Wissen sitzt zum einen im Körper – zum anderen ist es aber auch wichtig, darüber informiert zu sein, es ist wichtig, richtig damit umgehen zu können.

Wie es “unserem” Hund hier geht

Auch unser Hund, den wir bei unserm Housesitting gerade betreuen zeigt diese Reaktion. Er ist auf einen der Nachbarhunde nicht so gut zu sprechen. Wenn die beiden sich begegnen, dann bellen sie sich nur an. Sie vertrauen sich nicht, sie mögen sich nicht. Auch wenn Mister W (wie ich ihn hier nenne, ich mag den vollen Namen nicht schreiben, um die Privatsphäre der Familie zu schützen) sonst alle Hunde und alle Menschen liebt. Sobald der andere dann aus dem Sichtfeld verschwunden ist, fängt sein gesamter Körper für ungefähr eine Minute an zu zittern. Das habe ich jetzt drei Mal beobachtet und deswegen entschieden, die beiden möglichst nicht mehr zusammen zu lassen. Das ist ja unnötig. Er kann sich zwar selber helfen, indem er die Starre, die Überforderung aus seinem Körper schüttelt – aber wozu sollte ich ihm diese Überforderung ständig zumuten?

Welches Wissen zur Schockstarre ist wichtig?

Katze und Maus TotstellreflexMir ist es erstmal wichtig, dass du weisst, es gibt die Schockstarre. Der Körper kann in Starre gehen, es ist ein Notfallmechanismus, der als Schutz angelegt ist. Es ist eine autonome Reaktion – was bedeutet, dass der Körper das ohne deine bewusste Entscheidung so steuert. Manche entwickeln Schuldgefühle, weil sie sich hinterher Gedanken machen: “Ich hätte doch reagieren, wegrennen, mich wehren oder sonst was sollen.” Bei der Schockstarre kann der Körper entweder vollkommen in Starre sein – oder einzelne Körperteile gehen in diese Starre, zum Beispiel nur die Arme oder nur die Beine. Die Starre dauert dann so lange, bis die Überforderung zum einen vorbei ist und sie sich aus dem System wieder lösen kann. Das kann spontan passieren – oder durch die Hilfe von jemandem, der sich mit Traumatherapie auskennt.

Wie es Bessel van der Kolk als Kind erging

Spontan passierte es auch dem Traumatherapeuten Bessel van der Kolk. Er erzählt sehr gerne in seinen Fortbildungen die Geschichte in der er als Kind mit seinen Eltern auf der Autobahn einen Unfall erlebte. Es war nichts Schlimmes passiert, nur ein Schreck. Am Abend krabbelte er ins Bett seiner Mutter, als er bemerkte, dass sein ganzer Körper zitterte. Er wusste nicht warum und schlief beruhigt ein, als seine Mutter ihm sagte: “Das ist wegen des Unfalls.” Sie hatte recht. Doch wusste sie es? Wusste sie, dass sich die Starre, die sich durch Überforderung im Körper bilden kann, durch Schütteln, durch Zittern wieder aus dem Körper löst? Wer es heute gut weiss, sind Traumatherapeuten. Wir wissen nicht, ob es ihr bewusst war – aber sie hat mit ihrer Reaktion ihrem Sohn sehr geholfen.

Ärzte wissen oft nichts von der Schockstarre

Aus meiner Zeit in der Akutklinik weiss ich, dass oft Ärzte nicht über diesen Mechanismus Bescheid wissen. Ich begleitete Patienten, die wegen der überfordernden Situation während der Operation (ja, das bekommt der Körper mit) oder einfach während der Zeit auf der Intensivstation (ja, das kann durchaus “intensiv” sein) danach spontan zitterten. Sie wussten selber nicht was da mit ihnen geschah – und die Ärzte waren sich auch nicht bewusst was da ablief. Sie gaben dem Patienten ein Entspannungsmittel und hinderten den Körper so daran, dass er sich der Spannung, der Überforderung entledigen konnte. Wenn ich davon erfahren habe, dann konnte ich dem Patienten danach helfen, die Starre doch noch abzuschütteln. Denn das macht das Leben leichter.

Totstellreflex, Schockstarre, Schreckstarre, Schrecklähme, Freeze

Wie heisst das Phänomen denn nun? Es gibt einige Begriffe, die für die Schockstarre als Synonym benutzt werden. Manches sind wirklich Synonyme – andere hingegen zeigen einfach zu welchem Zweck diese autonome Reaktion dient. Grundsätzlich soll die Starre das gesamte System davor bewahren, dass es vor lauter Überforderung gar nicht mehr reagieren kann. Die Starre ist also ein Überlebensmechanismus. Du kannst davon ausgehen, dass sie dir hilft zu überleben.

Der Totstellreflex in der Astrologie

Ich bin auch in Astrologie ausgebildet – auch wenn ich diese momentan nur für mich als Hobby betreibe. Aber ich staune immer wieder, wie präzise diese ist. Man kann den ganzen Tierkreis, die gesamten 360° bestimmten Qualitäten zuordnen. Ganz besonders ausgeprägt sind die sogenannten Kritischen Grade. Diese befinden sich jeweils in der Mitte eines Tierkreiszeichens, also die 15er Grade und am Beginn bzw. am Ende eines Tierkreiszeichens, also die 0-1° und 29-30°. Und einer dieser Grade wird “Schrecklähmegrad” genannt. Das ist der Grad zwischen 0-1° Löwe. Interessant ist, dass mein Merkur genau auf diesem Schrecklähmegrad steht. Ganz oberflächlich zusammengefasst ist Merkur zuständig für Kommunikation, fürs Sprechen. Jetzt mache ich mit dir kurz einen Ausflug in meine eigene Pränatalzeit. Ich bin ein alleine geborener Drilling. Ich habe erlebt, dass meine beiden Drillingsschwestern nach einem Zucken, das durch ihren Körper fuhr, plötzlich in sich zusammen sanken und tot waren. Und jetzt geht es weiter mit der Schockstarre. Noch interessanter ist, dass ich es so erlebte, dass mein gesamter Körper, mein Hals aber im Besonderen völlig gelähmt war als ich beobachtete, dass meine beiden Zwillingsschwestern zuckten. Es überforderte mich maßlos. Und genau diese Starre war in meinem Körper bis vor kurzem. Es hat mir erklärt, warum ich so ein schüchternes Kind war, warum ich oft nicht reden konnte – auch wenn ich es konnte. Das Wunderbare ist jedoch jetzt: Seit sich das gelöst hat, habe ich den Eindruck, ich bin wie ein Transformator für andere. Die Erfahrung meines Körpers, scheint anderen zu helfen, aus ihrer Starre herauszutreten. Und das steht in meinem Horoskop. Ist das nicht irre?

Das Wichtigste zur Schockstarre in Kürze

Als Zusammenfassung hier noch eine kleine Übersicht

  1. Es gibt die Schockstarre
  2. Sie wird erst dann beendet, wenn der Körper geschüttelt hat.
  3. Das kann spontan geschehen
  4. Oder du kannst aktiv dieses Zittern / Schütteln provozieren.
  5. Das Zittern ist eine gesunde Reaktion, die nicht unterbrochen werden sollte.

 

Mehr über mich

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Ich freue mich auf dein Feedback hier, da kannst du mir auch schreiben, wenn ich deine Frage im Podcast beantworten soll. So kann ich noch mehr Frauen unterstützen, selbstbewusster zu werden. Das finde ich spitze!

Herzlicher Gruß
Shivani

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Bücher, die ich empfehle:

Verena König Bin ich traumatisiert

Verkörperter Schrecken Bessel van der Kolk

 

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