Wie ich langsam in das Berufsbild der Psychogynäkologin hineingewachsen bin, das erzählte ich bereits in einem anderen Blogbeitrag. Ebenso gibt es schon eine Zusammenfassung, mit welchen Themen Frauen sich bei mir als Psychogynäkologin melden. Und jetzt mag ich dir schildern, was Psychogynäkologie ist. Denn so bekannt ist dieser Bereich gar nicht. Der Begriff erklärt ja schon worum es geht. Es geht um Gynäkologie und es geht um die Psyche. Es geht also um die Psychosomatik in der Gynäkologie.

Was ist Psychosomatik?

Wahrscheinlich hast du schon davon gehört, dass es eine Verbindung zwischen unserem Gehirn und unserem Bauch gibt? Wissenschaftler nennen es die Bauch-Hirn Verbindung. Die ist dir sicherlich geläufig? Wenn sich ein Mensch nicht gut fühlt, dann drückt es sich oft in Verdauungsbeschwerden oder Bauchschmerzen aus. Und hierin sehen wir genau diese Verbindung zwischen Gehirn (also der Psyche) und dem Bauch (also der Verdauung bzw. dem Darm). Wenn ich jetzt spitzfindig bin, dann verfeinere ich das auch noch und unterscheide, ob jetzt meine Verdauung sich auf die Psyche auswirkt – dann rede ich von somatopsychischem Einfluß. Und wenn sich die Psyche auf die Verdauung von jemandem auswirkt, dann nennt sich das ein psychosomatischer Einfluß. Genau das passiert, wenn ein Kind Angst hat in die Schule zu gehen. Es bekommt Bauchschmerzen oder Durchfall – oder beides. Wenn die Angst verschwindet, dann werden auch die Symptome wieder weniger oder verschwinden ganz.

Die Rolle vom Vagusnerv in der Psychosomatik

Jetzt gehe ich wieder zurück zur Bauch-Hirn Verbindung. Diese besteht vor allem aus dem Vagus-Nerv. Denn dieser Nerv verbindet das Gehirn mit unserem Bauch. Er wird auch Ruhenerv genannt. Natürlich musste ich irgendwann beim Ruhenerv landen – ich als Expertin fürs Nervensystem und mir wird ja nachgesagt, dass ich eine unglaubliche Ruhe ausstrahle und diese auch auf andere im Gespräch übertragen wird. Genau das ist auch die Spezialität vom Vagusnerv, er kann dich beruhigen. Doch das ist nicht alles. Er sorgt vor allem dafür, dass dein Nervensystem in genau dem Modus ist, der dir hilft, die Lebenssituation zu bewältigen, in dem du dich gerade befindest. Wenn du in Sicherheit bist, dann schaltet er in den Beziehungsmodus und du kannst mir anderen kooperieren – deine Empathie steht dir zur Verfügung. Wenn dir allerdings Sicherheit und Vertrauen verloren gehen, dann schaltet er in den Kampf-Fluchtmodus. Und das alles, damit du kämpfen oder fliehen kannst. Klar, sagt schon der Name. Du kannst es dir jetzt schon denken – meiner Erfahrung nach anstehen die ganzen Krankheitsbilder aus der Psychosomatik genau dann, wenn ein Nervensystem sich in diesem Kampf-Fluchtmodus befindet. Deshalb geht es dabei auch genau darum, Betroffene zu unterstützen, dass das Nervensystem wieder in den Verbundenheitsmodus oder Beziehungsmodus umschalten kann.

Der Vagusnerv versorgt auch die Geschlechtsorgane

Und der Vagusnerv ist nicht nur mit den Organen der Verdauung verbunden – er steuert beinahe alle Organe im Körper an. So eben auch die Geschlechtsorgane. Deshalb hat unser Befinden auch einen Einfluß auf die Gebärmutter, die Eierstöcke, die Blase und die Vagina. Aber ich mag jetzt die Pschogynäkologie gar nicht auf einzelne Organe reduzieren – es hängt ja immer ein ganzer Mensch an einem Organ und alles spielt immer zusammen. Mir ist nur wichtig, dass bei dir ankommt, dass es egal um welches Thema es geht, mein Ziel immer ist, herauszufinden, wo sich das Nervensystem von meiner Klientin nicht im Beziehungsmodus befindet.

Wie geht das konkret vor sich, Ruhe ins System zu bringen?

Und die Situation, nach der ich suche, das kann entweder eine aktuelle Situation sein. Ein Beispiel wäre die Angst vor einer Prüfung. Oder es kann eine Situation sein, die in der Vergangenheit nicht gelöst wurde, also eine Situation, bei der das Nervensystem im Kampf-Fluchtmodus verblieben ist, weil niemand da war, der das Nervensystem reguliert hat. Das könnte eine Situation sein, die du bereits im Mutterleib erlebt hast. Deine Mutter hat damals zuviel gearbeitet, ihr Bauch war hart und du hast dich nicht wohl gefühlt, sondern hast in diesen Stress-Hormonen gebadet und dein Körper war starr und emfindungslos. Es könnte auch sein, du wurdest in der Schule gemobbt. Auch das ist eine große Überforderung und dein Nervensystem schaltet auch dann um in den Kampfmodus oder in den Fluchtmodus. Vielleicht ist aber die Bedrohung auch so groß, dass du dich von dir abspaltest und gar nicht richtig anwesend bist? Oder du bist in einer Starre? Das fühlt sich dann so an, als wärst du in dir gefangen. Was auch immer geschehen ist in der Vergangenheit oder was jetzt gerade die Überforderung ist – mein Ziel ist es, so viel Sicherheit und Vertrauen anzubieten, dass der Vagusnerv wieder umschalten kann. Ich weiss sozusagen, wo der Schalter für dein Wohlbefinden und deine Gesundheit zu finden ist.

Zarte rosa Blüten

Es ist ein Risiko, seine Verletzlichkeit zu zeigen, zum Erblühen gehört es dazu.

Wo findest du psychogynäkologische Unterstützung?

Falls die Chemie zwischen uns beiden nicht stimmt – wo findest du Unterstützung, wenn du dir Hilfe wünschst in einem der oben genannten Bereiche? Als erstes empfehle ich dir, jemanden aufzusuchen, der in Hypnosetherpaie ausgebildet ist. Meine zweite Empfehlung ist jemand, der ein Traumatherapeutisches Verfahren gelernt hat. Das können die Techniken aus der Hypnose sein – aber auch EMDR (Eyemovement Desensitization and Reprosessing), Psychosomatische Energetik, Psychokinesiologie, BodyTalkSystem oder Somatic Experiencing (Peter Levine). Diese Methode nenne ich nicht, weil sie die letzte ist, sondern weil ich möchte, dass sie dir im Gedächtnis bleibt. Früher hätte ich die Anwendungsfelder viel weiter gefasst und gesagt, auch jemand, der Qi Gong anwendet, kann dich darin unterstützen. Heute sage ich, dass es vor allem jemand sein sollte, der sich mit Entwicklungstrauma auskennt. Ich sage oft auch frühe Bindungsverletzungen dazu. Denn genau das sind die Situationen, die ich gemeinsam mit den Frauen auflöse, die mich aufsuchen. Auf jeden Fall sollte auf der Erlebensebene gearbeitet werden. In der Psychosomatik gehen wir ja davon aus: Klärt sich das Erleben (Gefühle, Bedürfnisse, Gedanken), dann klären sich auch körperliche Symptome.
Du kannst aber auch in den Therapeutenlisten von ISPPM e.V. und Schatten & Licht e.V. jemanden finden.

Die Hemmschwelle ist groß – aber es lohnt sich, sich dem zu stellen!

Einen Vorteil hatte ich immer. Wenn jemand damals zu mir in die Praxis kam, dann wusste keiner, ob jemand zu mir kam wegen einer Höhenangst, wegen Erektionsstörungen, wegen eines Geburtstraumas oder einfach nur, weil sich diese Person etwas mehr innere Ruhe wünschte. Denn wenn an meiner Tür “Sexualtherapeutin” gestanden wäre – ich bin mir sicher, die Hemmschwelle wäre größer gewesen, mich aufzusuchen. Und heute ist das gar kein Problem mehr – denn es gibt Termine vor allem online. Und da weiss keiner, dass du durch meine Tür gehst. Melde dich gerne bei mir. Wir sprechen erstmal unverbindlich zusammen und dann kann ich entscheiden und du kannst entscheiden, ob ich dich unterstütze bei deinem Anliegen.

Bild: Shivani Vogt (cc)

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