Schuldgefühle – das ist ein schweres Thema. Zumindest ist wenn jemand davon betroffen ist, das Leben irgendwie schwer. Auf eine gewisse Art ist der Wurm drin. Heute mag ich gar nicht auf diese Schwere eingehen, sondern es soll darum gehen wie Schuldgefühle entstehen können. Und wenn du lieber hörst als liest, dann ist hier die Podcastfolge #37 zum heutigen Artikel

Wie Schuldgefühle entstehen können.

Bevor ich ein paar Geschichten von Patientinnen erzähle, mag ich eine hypothetische Geschichte aus meiner Familie hier schreiben. Damit mag ich verdeutlichen, wie Schuldgefühle ganz leicht entstehen könnten. Meine beiden Schwestern, die beide jünger sind als ich, spielten als sie klein waren natürlich gerne mit dem Puppenwagen. Und die größere hat die kleinere dann einfach da reingesetzt und ist mit ihr damit spazieren gefahren. Und das nicht nur auf sicherem Terrain – nein, auch auf der Straße. Zum Glück war damals noch nicht so viel Verkehr, es waren nicht so viele Autos unterwegs wie heute. Und es ist nie etwas passiert – aber es hätte was passieren können. Und ich fange deswegen mit einer Geschichte an, die gar nicht passiert ist, weil es ja immer so schlimm ist, wenn dann was passiert.

Wenn ein Unfall passiert wäre…

Ja wenn jetzt ein Auto gekommen wäre und hätte die beiden angefahren oder sie wäre zumindest erschrocken, die kleine wäre herausgefallen, hätte sich am Kopf verletzt – ein Supergau. Die Welt steht still bei so einem Ereignis. Alles rennt da hin, der Krankenwagen wird gerufen oder zumindest die Eltern. Ab mit der kleinen ins Krankenhaus zur ärztlichen Versorgung. Und wenn du meine Podcastfolge hörst, bei der ich dieser Frage nachgegangen bin hörst du, dass ich schon alleine beim Erzählen so in Stress gerate, dass ich schneller spreche. Genau, das Nervensystem schaltet in den Kampf-Fluchtmodus – wir möchten flüchten – denn das ist eine Situation in der mag keiner sein, aus der mag jeder raus. Aber solche Situationen passieren. Und was geschieht dann? Jeder kümmert sich um die Kleine, die verletzt ist. Und was ist mit der anderen?

Im besten Fall kommt auch jemand und kümmert sich um die Große der beiden und fragt: “Oh Gott, was ist denn passiert?” und im schlimmsten Fall kommt jemand, vielleicht die Mutter und sagt: “Du bist schuldig – du hättest aufpassen müssen.”

Wie alt sind die Kinder?

Dabei gehe ich jetzt davon aus, die Kleine ist zwischen 1-3 Jahren alt und die Große ist fünf bis neunjährig. Also weit entfernt davon, diese Verantwortung tragen zu können. Die Kleine wird versorgt und die Große steht da. Und wie geht es denn der? Wir gehen jetzt mal davon aus, es kommt niemand, der sich um die Große kümmert. Und jetzt hat sie auch wenn keiner kommt und sagt: Du bist schuldig – dennoch ein Verantwortungsgefühl. Sie hat trotzdem das Gefühl: ich habe etwas falsch gemacht, wegen mir ist was passiert. Hier entstehen Schuldgefühle. Noch schlimmer ist natürlich. wenn jemand kommt und sagt: du bist schuld, hättest du besser auf deine Schwester aufgepasst.

Schuldgefühle neue Freiheit

Neue Freiheit – fühlst du es?

Was wäre hilfreich?

Als erstes möchte ich darauf eingehen was in so einer Situation hilfreich wäre. Denn diese Situationen geschehen ja leider ständig im Alltag. Und was hilft? Natürlich jemand, der beide schützt, nicht nur eines der Kinder. Die Kleine dadurch, dass sie ärztliche Hilfe bekommt und die Große dadurch, dass ihr jemand sagt, dass sie nichts falsch gemacht hat. Denn sie kann in ihrem Alter niemals dafür verantwortlich gemacht werden, dass sie auf die Straße ging. Die Verantwortung tragen die Eltern – oder sonst eine Aufsichtsperson. Mit ihren 5-9 Jahren kann sie niemals die Verantwortung haben – und schon gar keine Schuld. Es braucht jemanden, der schützend eingreift und sagt: Ich übernehme die Verantwortung. Denn die Kinder sehen nur den Spaß, den das macht und sie können die Verantwortung gar nicht einschätzen. Das ist für Kinder eine Nummer zu groß. Alleine geht das nicht.

So können Schuldgefühle entstehen – dadurch dass eine Verantwortung da ist oder gemacht wird, die zu groß ist. Wenn Überforderung stattfindet, dann können Schuldgefühle entstehen. Und zwar auch noch als Erwachsene. Jetzt mag ich aber die nächste Frage einwerfen, die du stellen könntest.

Warum soll ich mich mit alten Erlebnissen befassen?

Genauso wie du dich fragst: Was juckt es mich, wenn in China ein Sack Reis umfällt? Kannst du dich fragen: Was juckt mich das was ich als 5, 7 oder 9jährige erlebt habe? Was juckt mich, was ich damals erlebt habe – das ist ja längst vorbei. Denkst du! Es kann sein, es ist längst vorbei. Es kann aber auch sein, dieses Schuldgefühl ist noch aktiv, es überlagert dein Erleben und sobald etwas daran erinnert, wenn die neuronalen Netzwerke aktiviert werden, dann ist das alte Erleben wieder da wie wenn es aktuell wäre. Und warum reite ich darauf rum? Weil es sein kann, dass dieses alte Erleben im Heute Probleme bereitet, großen Stress im ganzen System auslöst. Und wenn dieser Stress gelöst ist, dann kann ganz viel Erleichterung stattfinden – auf ganz verschiedenen Ebenen.

Welche Themen können damit zusammen hängen?

Patientinnen, die ich begleitet habe litten unter enormer Migräne, die sich bei der Lösung enorm verbesserte. Andere Patientinnen hatten enorme Schlafstörungen oder andere psychosomatischen Schwierigkeiten, wo der Körper, wo Organe Alarm schlagen. Und hier kannst du gerne die Folge #06 im Podcast hören, wo ich erkläre wie das Nervensystem funktioniert. Die ist auch unten verlinkt. Denn die Auswirkungen dieser Erlebnisse, wenn sie ungeklärt sind, können nicht nur den Körper betreffen. Daraus können Geldprobleme resultieren, Unklarheit wie es in deinem Leben weiter geht. Es kann sein, dass es deine ganze Energie blockiert und du eine Sehnsucht spürst. Es kann sein, du spürst, in dir steckt mehr, aber du kannst dieses Mehr einfach nicht umsetzen, du hast einfach keinen Zugang dazu – so wie wenn dein Unterbewusstsein keine Erlaubnis dazu gäbe, dass du endlich deinen Weg findest, dass du endlich erfolgreich wirst, dass du endlich deinen Platz im Leben findest.

Und wenn ich selber so ein Erlebnis ganz sicher nicht hatte?

Selbst dann mag ich dich ermutigen, weiter zu forschen. Es könnte sein, du musst dafür noch einen Schritt weiter zurück gehen. Die Geschichte mit dem Puppenwagen könnte auch deiner Mutter oder deiner Großmutter passiert sein. Denn diese Belastungen werden genetisch weitergegeben. Das nennt man ein transgenerationales Trauma. Wenn dich das interessiert, gebe mir gerne eine Rückmeldung, dann kann ich auch darüber mal einen extra Beitrag schreiben. Aber du brauchst das Erlebnis gar nicht selber finden – wir können uns gerne auch gemeinsam danach auf die Suche machen.

Woran kann ich das erkennen, ob es ein Ereignis mit Schuldgefühlen bei dir gab?

Dieses Erlebnis mit Schuld kann sich auswirken auf die Art und Weise wie du arbeitest. Ich hatte mal eine Klientin, die hatte immer dann Schmerzattacken, wenn es bei ihr bei der Arbeit um das Thema Verantwortung ging. Sie war in einer leitenden Position und das war natürlich fatal. Das heisst, jedes Mal wenn sie Verantwortung tragen musste, kam eine Schmerzattacke. Nachdem sie bei mir war, hat sich die Frequenz der Attacken ganz erheblich verringert. Auch Geldblockaden können darin gründen. Stelle dir nur mal vor, es wäre was schlimmeres passiert – eine kleine Kopfverletzung kann ja noch heilen. Bei so einem Unfall kann man auch ein Bein verlieren, einen Arm verlieren, ein Auge oder sogar das Leben. Und es gibt dann jemand, der ist schuldig. Wie fühlt sich das an? In der Schuld für etwas, das man nicht mehr rückgängig machen kann.

Bestenfalls ist man dann eine Versagerin. Und das ist nicht nur ein Glaubenssatz, sondern das geht ins Selbstbild über. Das ist gar nicht so leicht, das aus dem Selbstbild wieder da heraus zu bekommen. Aber es ist möglich – man kann das lösen. Selbst dann, wenn das in der Ahnenreihe steckt. Wenn du also in so einer Schuldblockade steckst, in einer Erfolgsblockade – oder auch nur den Verdacht hegst, dass das vorliegt – dann melde dich gerne bei mir. Man kann es auch daran erkennen wenn es nicht mehr gelingt, Beziehungen zu anderen zu halten oder zu gestalten. Normaler Weise fällt es einem selbst am schwersten, bei sich zu erkennen. Wenn du also so etwas auch bei jemandem anderen vermutest, dann schicke diesem lieben Menschen in deinem Leben gerne den Link zu diesem Blogartikel oder zur Podcastfolge. Wenn da Erleichterung reinkommt, ist dir jemand wahrscheinlich sehr, sehr dankbar.

Denn es wäre ja schön, wenn da jemand bald sagen kann: mir geht es fühlbar anders, mir geht es fühlbar besser. Deshalb vielen Dank, wenn du das weiter gibt.

Shivani Vogt Orientierungsgespräch

Was machen wir in einem kostenlosen Orientierungsgespräch?

Wir sprechen unverbindlich miteinander und ich gebe dir meine Einschätzung, ob so eine Blockade bei dir vorliegt. Und wenn du dann magst, gehen wir das gemeinsam an, es zu lösen. Ich sage dir, was der nächste Schritt sein kann, um das zu überwinden. Das Ziel wäre, dass du wieder mehr Selbstvertrauen, Leichtigkeit und Verbindung zu deinen Gefühlen hast. Es geht auch darum, wieder verbunden zu dir und anderen zu sein. Das drücke ich jetzt als Psychologin so aus. Wer mal bei mir war, könnte auch sagen: Für mich ist es wie ein neues Leben. Also lass uns gemeinsam einen neuen Weg einschlagen.

 

Magst du hier gerne weiter hören?

#06 – Was hat Vertrauen mit ihrem Nervensystem zu tun?

#37 – Warum entstehen Schuldgefühle? (dieser Podcast ist die Grundlage für diesen Blogartikel)

Bild: www.lothardoerfer.de