Wenn du hier gelandet bist, dann gehe ich davon aus, dass du irritiert bist. Du hast etwas erlebt, wahrscheinlich hast du jemanden oder etwas verloren oder hast etwas schockierendes erlebt und fragst dich: “Warum kann ich nicht weinen?” Es kann natürlich auch sein, dass du einfach an meiner Titelzeile hängen geblieben bist.

Ich sollte traurig sein – warum kann ich nicht weinen?

Oft begegnet es mir in meinen Begleitungen, dass eine Frau vor mir sitzt, etwas erzählt und plötzlich bricht die Stimme, es kommen Tränen und sie fühlt sich irritiert. Sie wollte nicht weinen – die Tränen fließen einfach so, wenn sie mir ihre Geschichte erzählt. Ich merke daran, dass es ein Punkt ist, der sich noch lösen darf. Und die Frau merkt, dass sie diese Erfahrung eben noch nicht gelöst hatte. In dieser Phase taucht die Frage: “Ich sollte traurig sein – warum kann ich nicht weinen?” gar nicht mehr auf. Die Überforderung ist oft lange her und meistens längst vergessen. Aber der Körper vergisst nichts. Was ungelöst ist, das treibt im Stillen weiter sein “Unwesen” – oder macht eben auf sich aufmerksam. Ich spreche es dann meistens an – denn der Frau ist es in den meisten Fällen unangenehm. “Super, dass sich das zeigt, dann nehmen wir das gleich und arbeiten damit.” Denn es wäre viel zeitaufwendiger – und bräuchte von uns beiden auch mehr Energie, es jetzt wieder wegzupacken – und zu gegebener Zeit erneut ans Licht zu holen. Dann arbeiten wir lieber gleich mit den gestauten Gefühlen und wir können uns beide sicher sein: Die Belastung durch das Ereignis, das mit den Gefühlen verbunden ist, wird bald der Vergangenheit angehören. An dem Punkt sind wir dann schon bei der Lösung. Die Frage: Warum kann ich nicht weinen, stellen sich die meisten viel, viel früher.

Warum kann ich nicht weinen?

Es können unterschiedliche Ereignisse sein, die überfordernd sind. Die einen verlieren einen lieben Menschen. Oft genau dann, wenn man gar nicht damit rechnet. Die Mutter stirbt, der Vater oder sogar ein Kind. Und so ein Verlust kann so tiefgreifend sein, vor allem wenn er unerwartet geschieht – dass unser Nervensystem erstmal in eine Starre geht – um sich vor der Überforderung zu schützen. Und in dieser Starre geschieht dann genau das, was keiner erwartet: Du kannst nicht weinen. Dabei hattest du erwartet, wenn diese große Belastung passieren würde, dass du auf jeden Fall den Tränen sehr nahe sein wirst. Oder du wurdest verletzt. So tief verletzt, dass du es kaum aushältst. Das kann ein Vertrauensbruch sein, ein Schmerz der dir absichtlich zugefügt wurde oder sonst eine schmerzliche Situation. Und du fragst dich wieder: “Warum kann ich nicht weinen?” Dabei ist sonnenklar – die Überforderung war so groß, dass sich dein Nervensystem durch eine Starre davor schützen musste, gar nicht mehr zu funktionieren. Und so kannst du jetzt funktionieren – aber Weinen oder Trauern geht gerade nicht.

Dann holen wir das eben nach.

Genau – wenn es in dieser Situation direkt nicht möglich ist, dann holst du das eben nach. Manchmal geschieht das von alleine. Wenn Zeit vergangen ist und dein Nervensystem genügend Sicherheit oder Vertrauen empfindet, damit es die Starre wieder loslassen kann. Oder aber du hast dir kompetente Hilfe geholt – und mit Unterstützung gelingt dann endlich, was alleine gar nicht so gelingen wollte. Auf jeden Fall liegt es nicht an dir – du machst nichts falsch. Es ist dein Nervensystem, das dich einfach vor einer Überforderung bewahrte. Oder dein Nervensystem hat in dieser Situation sichergestellt, dass du weiter funktionieren konntest.

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Hast du das schon erlebt, dass du nicht weinen konntest – obwohl dir danach war?

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